10. Februar 2021 Quantum Optics Jena – Quantentechnologie-Start-up der Fraunhofer-Gesellschaft schließt erfolgreich Seed-Finanzierung zur Entwicklung hochsicherer Kommunikationssysteme ab

Ein Pio­nier­un­ter­neh­men für die hoch­si­chere Quan­ten­kom­mu­ni­ka­tion zu wer­den – nicht weni­ger ist das Ziel der »Quan­tum Optics Jena GmbH«. Die jüngste Aus­grün­dung an dem Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wandte Optik und Fein­me­cha­nik IOF ent­wi­ckelt quan­ten­ba­sierte Lösun­gen für hoch­mo­derne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­teme. Nun hat das Grün­der­team die erfor­der­li­chen Inves­to­ren hin­ter sich gesam­melt und arbei­tet am Auf­bau des Start-ups im Her­zen Deutschlands.

Digi­tale Infor­ma­tio­nen und Kom­mu­ni­ka­tion sind feste Bestand­teile des täg­li­chen Lebens und ele­men­tar für Gesell­schaft und Wirt­schaft. Com­pu­ter, opti­sche Faser­netz­werk und Satel­li­ten­links ver­bin­den heute ganze Kon­ti­nente und bil­den die Grund­lage der glo­ba­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur. Die Sicher­heit und Sou­ve­rä­ni­tät von Daten wird heute durch kom­plexe mathe­ma­ti­sche Algo­rith­men und Kryp­to­gra­phie­lö­sun­gen gesi­chert. Mit der hoch­dy­na­mi­schen Ent­wick­lung des Quan­ten­com­pu­ters wer­den völ­lig neu­ar­tige Rechen­leis­tun­gen mög­lich, die eine Bedro­hung für die klas­si­schen Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren darstellen.

Die Ant­wort auf diese Her­aus­for­de­rung lie­fert eben­falls die Quan­ten­phy­sik: Auf Basis von phy­si­ka­li­schen Geset­zen ermög­licht die Quan­ten­op­tik völ­lig neu­ar­tige Kon­zepte zur Gene­rie­rung von Ver­schlüs­se­lungs­me­tho­den und für die phy­si­ka­lisch sichere Über­tra­gung von Infor­ma­tio­nen. Dabei wird der sichere Schlüs­sel für die Ver­schlüs­se­lung und den Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen durch quan­ten­phy­si­ka­li­sche Metho­den durch­ge­führt. Diese Quan­ten-Schlüs­sel-Ver­tei­lung (engl.: »Quan­tum Key Dis­tri­bu­tion«, kurz: QKD) ermög­licht den phy­si­ka­lisch mess­bar siche­ren Informationsaustausch.

Know-how aus dem Fraunhofer IOF

Das Start-up »Quan­tum Optics Jena« (QOJ) ist eine Aus­grün­dung des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Ange­wandte Optik und Fein­me­cha­nik IOF, wel­ches bereits seit meh­re­ren Jah­ren erfolg­reich im Bereich der Quan­ten­kom­mu­ni­ka­tion und ‑bild­ge­bung aktiv ist. »In den letz­ten Jah­ren konn­ten wir am Fraun­ho­fer IOF die Tech­no­lo­gier­reife für ver­schränkte Pho­to­nen­quel­len nach­wei­sen, als Quan­tum Optics Jena kom­bi­nie­ren wir nun die Natur­ge­setze der Quan­ten­me­cha­nik mit dem Know-how in der Ent­wick­lung und Fer­ti­gung von opti­schen Sys­te­men, um gesell­schaft­lich ver­wert­bare Lösun­gen anzu­bie­ten«, erläu­tert Dr. Oli­ver de Vries, tech­ni­scher Geschäfts­füh­rer des Thü­rin­ger Jung­un­ter­neh­mens. »Unser Ziel ist es, im Her­zen Deutsch­lands ein Pio­nier­un­ter­neh­men für abhör­si­chere Kom­mu­ni­ka­tion in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik auf­zu­bauen« ergänzt Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dr. Kevin Füch­sel.  Auch Prof. Andreas Tün­ner­mann, Insti­tuts­lei­ter des Fraun­ho­fer IOF, begrüßt den unter­neh­me­ri­schen Schritt der eins­ti­gen Mit­ar­bei­ter: »Die Quan­ten­tech­no­lo­gie ist eines der weg­wei­sends­ten For­schungs- und Ent­wick­lungs­fel­der unse­rer Zeit. Es freut mich zu sehen, wie junge Grün­de­rin­nen und Grün­der ihr am Fraun­ho­fer IOF gesam­mel­tes Wis­sen in eigene Unter­neh­men und damit in neuen Inno­va­tio­nen transferieren.«

Schnelle Entwicklung des Start-ups mit den Investoren

Von der Idee über­zeugt sind die Inves­to­ren von »Quan­tum Optics Jena«: Das Drei­ge­stirn der ELAS Tech­no­lo­gies GmbH, der Fraun­ho­fer Tech­no­lo­gie-Trans­fer Fonds GmbH und der betei­li­gungs­man­ge­ment Thü­rin­gen (bm|t) glaubt an die Zukunft der Quan­ten­tech­no­lo­gien und betei­ligt sich mit einem sie­ben­stel­li­gen Betrag an der »Quan­tum Optics Jena GmbH«. »Wir freuen uns, dass wir in den letz­ten Wochen ein her­aus­ra­gen­des Inves­to­ren­team für Quan­tum Optics Jena auf­ge­stellt haben. Nun hat das Unter­neh­men die not­wen­dige Schlag­kraft für den Auf­bau und die schnelle Umset­zung ihrer Ideen«, kom­men­tiert Mat­thias Keckl vom Fraun­ho­fer Tech­no­lo­gie-Trans­fer Fonds.

Erste Produkte in Vorbereitung

In den kom­men­den Wochen arbei­tet das Team inten­siv an der Rea­li­sie­rung des ers­ten eige­nen Pro­duk­tes: einer kom­pak­ten und hoch­per­for­man­ten ver­schränk­ten Pho­to­nen­quel­len für die Quan­ten-Schlüs­sel-Ver­tei­lung oder quan­ten­op­ti­sche Expe­ri­mente. Dr. Oli­ver de Vries führt aus: »Im nächs­ten Schritt wer­den wir in der Lage sein, unse­ren Kun­din­nen und Kun­den kom­plette QKD-Sys­tem bereit­zu­stel­len, um damit Cyber-Atta­cken und den Gefah­ren des Quan­ten­com­pu­ters entgegenzutreten«.

Doch damit nicht genug: Das QOJ-Team arbei­tet auch wei­ter­hin eng mit dem Fraun­ho­fer IOF zusam­men und tüf­telt gerade an einer neuen Idee für die Quan­ten­bild­ge­bung, wel­che dem­nächst Anwen­dung in der Medi­zin­tech­nik oder Mate­ri­al­ana­lyse fin­den könnte.

 

Fraunhofer IOF

Das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wandte Optik und Fein­me­cha­nik IOF mit Sitz in Jena forscht an der Wei­ter­ent­wick­lung von Licht als Mit­tel zur Lösung unter­schied­lichs­ter Fra­ge­stel­lun­gen und Anwen­dungs­sze­na­rien. Die Arbeit des 1992 gegrün­de­ten For­schungs­in­sti­tuts kon­zen­triert sich daher auf die anwen­dungs­ori­en­tierte For­schung an der Licht­ent­ste­hung, Licht­füh­rung und Licht­mes­sung. Gemein­sam mit For­schen­den aus der Grund­la­gen­for­schung und Indus­trie ent­ste­hen inno­va­ti­ven Lösun­gen, die in der Wis­sen­schaft und Wirt­schaft einen tech­no­lo­gi­schen Vor­teil bedeu­ten und für die Pho­to­nik neue Anwen­dungs­fel­der erschließen.

Beteiligungsmangement Thüringen (bm|t)

Die bm‑t betei­li­gungs­ma­nage­ment Thü­rin­gen (bm|t) mit Sitz in Erfurt – ein Toch­ter­un­ter­neh­men der Thü­rin­ger Auf­bau­bank – ist die erste Adresse für Risi­ko­ka­pi­tal­in­vest­ments in Thü­rin­gen, Deutsch­land. Die bm|t ver­wal­tet der­zeit zehn Invest­ment­fonds mit einem Gesamt­vo­lu­men von 440 Mio. EUR. und inves­tiert in inno­va­tive Unter­neh­men mit star­kem Wachs­tums­po­ten­zial über alle Bran­chen und alle Pha­sen des Unternehmenslebenszyklus.

Fraunhofer Technologie-Transfer Fonds (FTTF) GmbH

Der Fraun­ho­fer Tech­no­lo­gie-Trans­fer Fonds (FTTF) ist ein Ven­ture Capi­tal Fonds mit einem Volu­men von 60 Mio. Euro, der Start-ups mit Fraun­ho­fer-Tech­no­lo­gien Kapi­tal in Höhe von 250.000 bis 5 Mil­lio­nen Euro in den her­aus­for­dern­den Früh­pha­sen zur Ver­fü­gung stellt. Unter­stützt durch den Euro­pean Invest­ment Fund (EIF) und die Fraun­ho­fer- Gesell­schaft steht der FTTF Grün­der­teams als unter­neh­me­ri­scher Part­ner zur Seite.

ELAS Technologies GmbH

Die ELAS Tech­no­logy Invest­ment GmbH (ELAS) ist ein in Deutsch­land ansäs­si­ger, aber glo­bal aus­ge­rich­te­ter Finanz­in­ves­tor mit Sitz in Achim im Nor­den Deutsch­lands. ELAS wurde gegrün­det, um viel­ver­spre­chende Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen in der welt­wei­ten Pho­to­nik- und High-Tech-Indus­trie finan­zi­ell und infra­struk­tu­rell zu unter­stüt­zen. Die deut­sche Indus­trie ver­fügt in die­sen Tech­no­lo­gie­be­rei­chen über unüber­trof­fene Kompetenzen.