29. November 2022 Interview mit der plazz AG im Sweetspot von drei großen Trends:  Virtuelle Events, Remote Work und No-Code Technologie

Hin­ter Schlag­wör­tern, wie dem Meta­verse, steckt nicht nur ein Hype aus dem Sili­con-Val­ley, son­dern auch die Frage, wie man Mit­ar­bei­tende in einem Unter­neh­men in diese digi­tale Trans­for­ma­tion gerade vor dem Hin­ter­grund des Remote-Work ein­be­zieht. Dafür hat die plazz AG eine Lösung  Das Erfur­ter Unter­neh­men star­tete 2012 in Erfurt mit der Ent­wick­lung einer Mobile-Event-App, um Ver­an­stal­tun­gen digi­tal zu begleiten.

Eine Mit­ar­bei­ter-App namens Polario.app wird nun den Bogen zur Kom­mu­ni­ka­tion im Unter­neh­men spannen.

Wir spre­chen im Inter­view mit Jür­gen Mayer, CEO der plazz AG, und Ste­fan Heinz, der als Chief Pro­duct Offi­cer den Bereich „Design und Kon­zep­tion“ leitet.

Herr Mayer, wie sind Sie zu plazz AG gekommen?

Jür­gen Mayer: Ich bin 2010 in die Firma gekom­men und habe das Unter­neh­men reo­ga­ni­siert und neu auf das Thema „Apps“ aus­ge­rich­tet. Die Größe von Erfurt ist ideal und wir haben gleich meh­rere Hoch­schu­len vor der Haus­tür, was die Thü­rin­ger Lan­des­haupt­stadt als Stand­ort sehr attrak­tiv macht, zumal damals schon bekannt war, dass irgend­wann die neue ICE-Stre­cke an den Start gehen wird.

Aktu­ell umfasst unser Erfur­ter Team knapp 50 fest­an­ge­stellte Mit­ar­bei­ter. Wir haben noch einen Stand­ort in Mün­chen, aber unser Head­quar­ter ist in der Erfur­ter Bahn­hofstrasse. Seit 2012 konn­ten wir auf meh­re­ren Wel­len erfolg­reich mit­sur­fen – zum einen die digi­tale Trans­for­ma­tion der Unter­neh­men, im Zuge der Corona-Pan­de­mie haben wir aber auch reagiert und unsere Lösung um vir­tu­elle und hybride Events mit Video­stream und Video­kon­fe­ren­zen erwei­tert und nun pro­fi­tie­ren wir von der Remote-Work.

Wie ging es los?

Jür­gen Mayer: Wir haben uns für die Ent­wick­lung einer Event-App ent­schie­den, die auf einem No-Code-Sys­tem beruht. Das heißt, unsere Kun­den kön­nen alles selbst admi­nis­trie­ren. Wir sind die ver­län­gerte Werk­bank und ste­hen mit unse­ren Exper­ten zur Ver­fü­gung. Das war zur dama­li­gen Zeit noch Neu­land. Heute ist der Begriff „No Code“ en vogue, aber wir waren einer der ers­ten Anbie­ter in Deutsch­land mit einem kon­kre­ten Angebot.

Ste­fan Heinz: Wir hat­ten zu die­ser Zeit ver­mehrt Anfra­gen von Unter­neh­men erhal­ten, die eine App für ihr Event benö­tig­ten – am bes­ten schon in zwei Wochen. Aber die App-Ent­wick­lung dau­ert eben lange und ist vor allem kost­spie­lig. Damals haben wir gerade eine App für das Wei­ma­rer Wirt­schafts­fo­rum gebaut. Dar­aus ist die Idee ent­stan­den, ein Pro­dukt aus dem Pro­dukt zu ent­wi­ckeln, was wir wie­der­ver­wen­den kön­nen. So ist der Soft­ware-Ser­vice-Ansatz ent­stan­den, an dem wir wei­ter­ge­ar­bei­tet haben.

Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit der App?

Ste­fan Heinz: Digi­ta­li­sie­rung war zu die­sem Zeit­punkt die Über­schrift über allem. Man muss sich aber vor­stel­len, dass die Kun­den vor 12 Jah­ren noch gar nicht die Erfah­run­gen mit sol­chen Apps hat­ten. Das heißt, für den Kun­den, für den wir gear­bei­tet haben, war das Neu­land. Wir haben unsere Kun­den durch Bera­tung und Ser­vice­leis­tung abge­holt, aber waren auch auf den Ver­an­stal­tun­gen vor Ort. Wir haben zum Bei­spiel gecheckt, ob die Ver­bin­dung der Online-Abstim­mung auf dem Handy zur Lein­wand-Tech­nik funk­tio­niert, sodass die Charts auf der Bühne ange­zeigt wur­den. Das war eine expe­ri­men­telle Zeit.

Jür­gen Mayer: Kein Ver­gleich zu heute! Heut­zu­tage hat der Kunde schon Erfah­run­gen gesam­melt und auch Corona war natür­lich ein Beschleu­ni­ger die­ser Entwicklung.

Was hat die Corona-Pandemie mit Ihnen gemacht?

Ste­fan Heinz: Aus Sicht der Pro­dukt­ent­wick­lung, war die Pan­de­mie eine Chance. Zuvor war eine Event-App sozu­sa­gen ein digi­ta­les Extra. Alles was wäh­rend der Corona-Zeit statt­fin­den sollte, musste aller­dings digi­tal erfol­gen. Unsere App wurde also vom Medium zur zen­tra­len Platt­form einer Ver­an­stal­tung. Der Fokus wurde plötz­lich anders gesetzt, was für uns eine große Markt­chance war.

Jür­gen Mayer: In ers­ter Linie waren wir Pro­fi­teur der Corona-Pan­de­mie, wenn­gleich wir nach­ge­la­gert aktu­ell auch die Fol­gen der Pan­de­mie spü­ren. Die Mit­ar­bei­ter haben sich an die Remote-Arbeit gewöhnt. Wir krie­gen die Kol­le­gen nicht mehr fünf Tage am Stück ins Büro. Das ist auch kein Pro­blem, aber es schafft neue Her­aus­for­de­run­gen, wie sich Fach­kräfte den­noch mit einem Unter­neh­men iden­ti­fi­zie­ren. Die hohe Nach­frage nach IT-Arbeits­kräf­ten belas­tet auch uns in der Gewin­nung von neuen Mitarbeitern.

Auch dafür haben Sie eine Lösung entwickelt. Was kann das neue Produkt?

Jür­gen Mayer: Unter­neh­men müs­sen Tools bereit­stel­len, mit denen sie eine bes­sere Mit­ar­bei­ter­kom­mu­ni­ka­tion ermög­li­chen. Also haben wir uns auch die­ses Thema auf die Fahne geschrie­ben und bie­ten eine App für Mit­ar­bei­ter. Wir haben Unter­neh­men im Port­fo­lio, die haben 3.500 Mit­ar­bei­ter, die mit­hilfe unse­rer Lösung täg­lich Push-Nach­rich­ten mit aktu­el­len News vom Stand­ort erhal­ten. Das ist aber nicht nur für Kol­le­gen inter­es­sant, die im Home Office arbei­ten, son­dern auch für Mit­ar­bei­tende, die nicht vor dem Rech­ner im Office arbei­ten. Auch diese Leute in der Pro­duk­tion und Co. Erreicht man mit sol­chen Apps besser.

Ste­fan Heinz: Der Vor­teil an unse­rer No-Code-Lösung ist, dass wir uns nicht mit einer IT-Abtei­lung ver­ab­re­den müs­sen, um kom­pli­zierte Schnitt­stel­len zu schaf­fen. Unser Pro­dukt lässt sich ein­fach anbin­den und inner­halb von zwei Stun­den adap­tie­ren. Die künf­ti­gen Admins im Unter­neh­men erhal­ten anschlie­ßend eine 60-Minu­ten-Schu­lung und kön­nen die App im Anschluss völ­lig selbst­stän­dig bedienen.

Wie konnte die bm|t dabei unterstützen?

Jür­gen Mayer: Die bm|t ist als ein Gesell­schaf­ter über den Sitz in unse­rem Auf­sichts­rat nah an uns dran. Wir sind auch immer sehr gerne auf den Thü­rin­ger Inves­tor Days, um das Event der bm|t mit unse­rer Event-Lösung zu beglei­ten. Wir freuen uns schon sehr auf die Inves­tor Days 2023.

Vie­len Dank für das Gespräch!

Mehr Infor­ma­tio­nen zum Unter­neh­men fin­den Sie auf www.plazz.ag