7. Oktober 2022 Interview mit Tediro: Ein digitaler Helfer in der Physiotherapie

Gemein­sam mit Dr. Chris­tian Ster­nitzke grün­dete die gelernte Phy­sio­the­ra­peu­tin Anke Mayf­arth 2020 das Start-up TEDIRO. Das Ilmen­auer Unter­neh­men ent­wi­ckelt einen Robo­ter, der die Arbeit von Phy­sio­the­ra­peu­ten erleich­tern und die Fort­schritts­ana­lyse von Pati­en­ten effek­ti­ver gestal­ten soll. Wir spre­chen mit Mit­grün­de­rin Anke Mayfarth.

Wie funktioniert der Roboter?

Wir haben einen Robo­ter ent­wi­ckelt, der auto­nom navi­gie­ren kann. Die 3D-Kame­ras sind in der Lage, zu erken­nen, wer der Pati­ent ist. Unsere Vision ist, dass wir mit die­sem auto­nom navi­gie­ren­den Robo­ter in Zukunft aus der Bewe­gung her­aus auch andere Bewe­gun­gen ana­ly­sie­ren kön­nen. Im bes­ten Falle wird der Robo­ter also eine mobile Gang­ana­lyse durch­füh­ren kön­nen. Im Rah­men von For­schungs­pro­jek­ten wer­den sol­che Übun­gen am Hand­lauf getes­tet. Diese sol­len dann sowohl für neu­ro­lo­gi­sche Pati­en­ten als auch für ortho­pä­di­sche Pati­en­ten mit­hilfe des Robo­ters durch­ge­führt wer­den. Auch Übun­gen, wie das Rück­wärts- und Seit­wärts­ge­hen, die ins­be­son­dere ältere Men­schen mobi­ler machen, sind denk­bar. Die wich­tigs­ten Funk­tio­nen unse­res Robo­ters sind der Erhalt und der Aus­bau der Gehfähigkeit.

Welche Hürden mussten Sie auf dem Weg der Gründung meistern?

Die Regu­la­rien für die Markt­zu­las­sung von Medi­zin­pro­duk­ten sind extrem hoch. Es geht schließ­lich um die Sicher­heit von Pati­en­ten. Wir müs­sen zum Bei­spiel eine kli­ni­sche Zulas­sungs­stu­die der Ethik-Kom­mis­sion durch­lau­fen. Diese Stu­die basiert auf Bewer­tun­gen, die vom TÜV Rhein­land Ber­lin als Prüf­la­bor gecheckt wer­den. Auch das Bun­des­in­sti­tut für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­dukte ist betei­ligt. Wenn man eine Tür öff­net, befin­den sich dahin­ter fünf wei­tere Türen mit wei­te­ren Auf­la­gen. Das kos­tet viel Zeit und jede Menge Geld. Des­we­gen ist es so wich­tig, dass wir Inves­to­ren haben. Medi­zin­tech­nik braucht einen lan­gen Atem. Das war uns bewusst, trotz­dem kön­nen wir uns auf die Schul­ter klop­fen, wenn wir es in ein paar Jah­ren geschafft haben.

Wie konnte die bm|t unterstützen?

Die bm|t ist unser Lead-Inves­tor. Mit unse­rem Invest­ment­ma­na­ger Sebas­tian Kned­lik haben wir außer­dem einen guten Ansprech­part­ner, der uns immer unter­stützt. Wenn wir uns an die bm|t wen­den, dann hel­fen sie uns bei unse­ren The­men. So haben wir zum Bei­spiel auch auf den Inves­tor Days pit­chen kön­nen. Das war eine super Mög­lich­keit, um Kon­takte zu Inves­to­ren zu knüp­fen. Gerade das Pitch-Trai­ning hat uns sehr gehol­fen, um Feed­back von unab­hän­gi­gen Drit­ten ein­zu­ho­len. So ein ehr­li­ches Arbeits­feed­back finde ich sehr wichtig.

Sie sitzen in Ilmenau und Leipzig. Was passiert an welchem Standort?

Wir sit­zen an zwei Stand­or­ten. Unser Unter­neh­mens­sitz in Ilmenau liegt in der Nähe der TU Ilmenau. Dazu haben wir uns ent­schie­den, weil unser Start-up als For­schungs­pro­jekt der Uni Ilmenau und der MetraL­abs GmbH ent­stan­den ist. Unsere Mit­ar­bei­ter sind also hier ver­wach­sen. Uns ist außer­dem die Nähe zu MetraL­abs sehr wich­tig, da sie unser wich­tigs­ter Part­ner in der Ent­wick­lung unse­rer Platt­form ist.

In Leip­zig ist unsere Mar­ke­ting-Abtei­lung ansäs­sig. Hier haben wir Exper­ten, die unter­su­chen, wie wir unsere Sta­ke­hol­der – Pfle­ge­per­so­nal, Pati­en­ten, Phy­sio­the­ra­peu­ten etc. – mit unse­ren Anwen­dun­gen errei­chen. Wir wol­len uns außer­dem brei­ter auf­stel­len, um in Leip­zig auch unse­ren Ver­trieb auf­zu­bauen. Dafür nut­zen wir auch ver­schie­dene Robo­tic-Netz­werke in Sach­sen. Gleich­zei­tig kön­nen wir auf die För­der­mög­lich­kei­ten aus zwei Bun­des­län­dern zurückgreifen.

Wie ist Ihre Vision für die Zukunft?

Wir nen­nen unse­ren Robo­ter gerne ein „fah­ren­des Smart­phone“, denn eigent­lich ist es nichts ande­res als eine App auf dem Handy. Und unsere erste App auf dem Robo­ter ist eben das Gang­trai­ning an Unter­arm­stüt­zen. Unser Ziel ist es, noch wei­tere Apps zu ent­wi­ckeln, damit der Robo­ter bei­spiels­weise als Lotse oder Nacht­wäch­ter agie­ren kann. Auch eine Funk­tion für das Spa­zie­ren­ge­hen haben wir im Blick.

Vie­len Dank für das Gespräch!

 

Mehr Infor­ma­tio­nen zu För­der­mög­lich­kei­ten im Lifesci­ence-Bereich sowie den Wer­de­gang von der Phy­sio­the­ra­peu­tin zur Grün­de­rin, erzählt Anke Mayf­arth im #TAB­in­ter­view.